ESRI ArcGIS Desktop Produkte werden umbenannt

Das Update auf ArcGIS Version 10.1 rückt nun näher. Nachdem sich nun nach mehr als 10 Jahren ArcGIS Desktop alle Nutzer mit den Produktnamen ArcView, ArcEditor und ArcInfo angefreundet hatten, steht mit dem Wechsel auf die kommende Version u.a. eine Änderung der Namensgebung von ESRI’s Desktop-Produktlinie an: Das bisherige ArcView wird zu ArcGIS for Desktop Basic, ArcEditor wird zu ArcGIS for Desktop Standard umbenannt und ArcInfo heißt in Zukunft ArcGIS for Desktop Advanced (hier die komplette Liste).

Was jetzt bei einigen Lesern ein Stirnrunzeln bzw. Fragezeichen hervorrufen dürfte, hat durchaus seine Bewandnis und ist eine Entwicklung, die wir bei den Server-Produkten schon etwas früher kennengelernt haben. ESRI harmonisiert hier die Produktbezeichnungen, denn auch für die ArcGIS Server-Varianten gibt es schon Basic, Standard und Advanced.

Ein weiterer Grund mag sein, dass die bisherige Benennung nicht sehr schlüssig war. Das zeigt auch die Tatsache, dass ich in Schulungen immer wieder gefragt worden bin, warum es eigentlich ArcView heißt, wenn ich damit trotzdem Daten bearbeiten kann. Hm, ja stimmt, warum eigentlich!?! Und heißt die nächst höhere Lizenz ArcEditor, weil man damit auch in Enterprise Geodatabases editieren kann? Vermutlich. Und warum ArcInfo?

Sicherlich spielen auch die Vorgängerversionen ArcView GIS 3.2 und ArcInfo Workstation eine Rolle, von deren Namen man sich nicht trennen wollte um die Nutzer nicht zu vergraulen.

Aus welchen Gründen auch immer es zu den alten Namen kam, nun werden wir uns in Zukunft an die neuen Produktnamen gewöhnen müssen. Aus meiner Sicht ist das also nicht nur ein Marketing-Trick, sondern eine logische Folge aus der doch eher verwirrenden Bezeichnung der Vergangenheit!

Datenmodellierung von Geodatabases mit ArcGIS Diagrammer

Für den Entwurf und Pflege der Datenmodelle von ArcGIS-Geodatenbanken ist das Werkzeug ArcGIS Diagrammer absolut zu empfehlen.  Es handelt sich dabei um ein kostenloses Zusatz-Programm, das nicht im Standardumfang von ArcGIS Desktop enthalten ist, und auf der ESRI-Webseite als Download zur Verfügung steht.

Wozu braucht man solch ein Werkzeug?

Das Problem mit fast allen Datenbanken ist, dass nach Anlage der Tabellenstruktur (das sog. Schema) nur noch neue Felder hinzugefügt oder bestehende gelöscht werden können. Ein Feld umbenennen, das Datenformat ändern, die Länge der zu speichernden Texte oder die Genauigkeit ändern, ist nicht möglich. Oftmals wird eine andere Reihenfolge gewünscht, auch das ist leider nicht möglich.

Was bietet der ArcGIS Diagrammer?

Der Diagrammer bietet eine grafische Oberfläche, bei der die einzelnen Elemente der Geodatabase (Featureklassen, FeatureDatasets, Tabellen etc.) mit all ihren Eigenschaften als Grafik dargestellt werden. Dadurch kann auch Nicht-Datenbankadministratoren auf einfache Art erläutert werden, wie die Struktur der Datenbank ist.

Mit dem Tool lassen sich Datenmodelle von Grund auf neu aufbauen oder aus bestehenden Datenbanken ableiten und anpassen. Durch einfaches Drag & Drop lassen sich bspw. neue Featureklassen im Schema erzeugen. Die Eigenschaften der vorhandenen Elemente in der Geodatabase lassen sich hier ebenso fast beliebig ändern.

Im Folgenden ist kurz der Arbeitsfluss für die Änderung des Datenmodells einer bestehenden Geodatabase beschrieben:

  1. Export eines XML-Workspace-Dokumentes aus einer bestehenden Geodatabase (mind. ArcEditor-Lizenz benötigt)
  2. Starten des ArcGIS Diagrammer und Import des XML-Dokumentes
  3. Durchführung der Änderungen am Datenmodell
  4. Veröffentlichen des geänderten Datenmodells als neue XML-Datei
  5. Erzeugung einer neuen leeren Geodatabase
  6. Import des veröffentlichten XML-Dokumentes in die neue Datenbank
  7. Migration der eigentlichen GIS-Daten in die neue Struktur, z.B. mit dem Geoverarbeitungswerkzeug „Anhängen“

Vorteile des ArcGIS Geodatabase-Formates

Vielen ArcGIS Einsteigern oder Umsteigern sind die Vorteile des ArcGIS-eigenen Geodatabase-Formates nicht ersichtlich. Deshalb hier meine Top 5 der Geodatabase-Vorteile:

5. Skalierbarkeit

Bei kleinen Projekten, bei denen sowohl Menge als auch Komplexität der Daten nicht besonders groß ist, können ohne Probleme die „kleinsten“ Ausbaustufen der Geodatabase verwendet werden. Sollten die Projekte irgendwann wachsen, so kann mühelos auf eine größere Geodatabase-Variante umgestellt werden. Die Daten werden dann einfach im Katalog mittels „copy & paste“ von der einen in die andere Datenbank kopiert.

4. Speicherung von Beschriftungen

Im ArcView 3.x konnten Beschriftungen und Texte nur über über Avenue-Makros in externen (Text-) Dateien gespeichert werden. In der Geodatabase können Sie automatisch oder manuell erstellte Betextungen in einer Geodatabase als sog. Annotation-Feature-Class speichern. Dann können Sie diese als normalen Layer jedem Kartendokument in ArcMap hinzufügen und wieder verwenden.

3. Rasterkataloge und Mosaic Datasets

Haben Sie Ihre Rasterdaten über die gesamte Festplatte verteilt, brauchen Sie nicht jedes einzelne Rasterbild suchen und in ArcMap als einzelnen Layer laden. Vielmehr können Sie einen Rasterkatalog oder ein Mosaic Dataset erstellen, der bzw. das auf die einzelnen Bilddateien verweist und es dadurch erlaubt, alle Bilddateien auf einmal zu laden und als einen Layer zu behandeln.

2. Validierung von Attributen und Geometrien

Durch die Verwendung von Subtypes und Attributdomänen kann eine höhere Qualität der Attribute von GIS-Daten gesichert werden. Durch die Vorgabe von Wertelisten oder Bereichen gehören Fehlerquellen wie Zahlen- und Buchstabendrehern der Vergangenheit an.
Die Verwendung von topologischen Regeln zielt auf die Qualitätssicherung der Geometrien. Nur die Geodatabase erlaubt es, ein flexibles Regelwerk für die Lage von GIS-Objekten zueinander zu modellieren.

1. Automatische Aktualisierung von Standardfeldern wie Shape_Area und Shape_Length

Im Geodatabase-Format gibt es die Standardfelder Shape_Area bzw. Shape_Length, die immer aktuelle Werte für jedes Objekt anzeigen. Das bedeutet, dass sowohl bei manuellen Editierungen als auch bei Verschneidungsoperationen, bei denen die Flächengröße bzw. Linienlänge geändert wird, die jeweiligen Felder aktualisiert werden.
Für Shapefiles muss man leider solche Felder über die Funktion „Werte berechnen“ oder „Geometrie berechnen“ jedes mal per Hand aktualisieren.