Interaktion von AutoCAD und ArcGIS über Plugin

Letzte Woche gab es bei einem weiteren Live Training Seminar von ESRI wieder einmal eine Neuerung aus dem Hause ESRI zu bestaunen: das neue Plugin ArcGIS for AutoCAD. Bevor ich das Seminar sah, konnte ich mir nicht so richtig etwas darunter vorstellen, aber dann war ich ziemlich überrascht. Es handelt sich – sehr ungewöhnlich – um ein Plugin von ESRI für AutoCAD! Man erhält dadurch ArcGIS-Technologie in AutoCAD. Und das Erstaunlichste ist, dass das Plugin kostenlos ist.

Was kann man mit dem Plugin nun machen? Aus meiner Sicht sind die wesentlichen Pluspunkte die Folgenden:

  1. Hinzufügen von WMS-Diensten in AutoCAD
  2. Editierung von Daten in einer ArcSDE ohne ArcGIS Desktop
  3. Verbesserte Vorbereitung der CAD-Datenstrukturen für die Verarbeitung in ArcGIS

Die Leistungen des Plugins im Detail:

Zu 1.: Gerade für den Bereich der Hintergrundvisualisierung fehlen häufig geeignete Daten. Durch die Möglichkeit, WMS-Dienste einzubinden, erschließen sich weitreichende Anwendungsfelder.

Zu 2.: Leider können lokal gespeicherte Daten nicht editiert werden, weder Shapefiles noch File oder Personal Geodatabases. Nun, das ist verständlich, schließlich soll das Plugin kein Ersatz für eine vollwertige ArcGIS Lizenz sein. Die Editierung ist beschränkt auf die Features von WFS-Diensten. Dazu werden die Features zunächst auf den lokalen PC übertragen, dort editiert und dann wieder an den WFS-Server zurück geschickt. Als WFS-Server kommt natürlich ArcGIS for Server in Betracht, der die Daten aus einer ArcSDE bereitstellen kann. Aber auch die bekannten Vertreter der Open Source Community wie bspw. GeoServer sind geeignet.

Zu 3.: Das ist wirklich sehr schick: Man kann nun über das Plugin schon auf Ebene des dwg’s über die Definition von Filtern und Abfragen Featureklassen definieren, die dann als solche in ArcGIS erkannt werden. Dadurch müssen sie nicht mehr mühselig über select-by-attribute in ArcGIS voneinander separiert werden. Die bisherigen Standard-CAD-Featureklassen wie z.B. Polyline umfassen weiterhin alle Features, die über das Plugin definierten Klassen werden aber zusätzlich angezeigt. Die Filter können individuell über Layer, LineType etc. erstellt werden.

Wem diese kurze Zusammenfassung nicht ausreicht, der sollte in nächster Zeit nach der Aufzeichnung des Seminars Ausschau halten.

 

Autor: Heiko Scholz

Hallo, ich bin Heiko Scholz, der Name meiner Firma lautet 'focus:GIS - Büro für Geoinformatik'. Ich habe ein Diplom in Geographie und arbeite seit 2004 als freiberuflicher GIS-Consultant und Trainer, Python und C# Entwickler. Nach 8 Jahren als Angestellter bei einer GIS-Firma für Projekte im Umfeld von ESRI's ArcGIS for Desktop als Projektleiter, Entwickler und Trainer, bin ich seit Anfang 2013 beim Bildungshaus Schulbuchverlage Westermann in Braunschweig als Multimediaredakteur tätig. Ansonsten mache ich in meiner Freizeit gerne Familienausflüge, buddel im Garten, und sehe gerne Star Trek TNG, Emergency Room oder die Simpsons.